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Verklebte Faszien und überhaupt das Ding mit dem „Glauben“

Immer wieder erreichen mich in den Kommentaren konkrete Fragen. Gerne antworte ich sehr ausführlich, weil die Fragen meistens sehr interessant für mich sind und die Antworten vielleicht auch für andere Leser erhellend sein könnten.
So eröffne ich einfach einen neuen Thread mit den Fragen und Antworten.

Hier wieder mal ein Frage-Antwortspiel: Oberthema verklebte Faszien und Dauerthema = Warum kann mir keiner helfen?

Frage: hallo.Habe schon einiges über die Salze gelesen und nehme zur Zeit 3 mal 1 von der nummer 7.Leide seit 1jahr an Schwindel mit Nacken und Kopfschmerzen.Bei mir wurden verklebte Faczien in Kopf und Nackenbereich festgestellt.Welche Salze wären da noch geeignet?Vielleicht die nr 5 und nr 2.Würde mich sehr über einen guten Rat freuen.

Schüssler Salze und Homöopathie sind zwei verschiedene Dinge – bei den Schüssler Mineralstoffen geht es schon noch um die Mineralstoffe, die enthalten sind, daher ist das mit 3 x 1 Tablette bischen …. also abwegig.

Keine Ahnung, wo Du nun auch noch gelesen haben magst, dass ausgerechnet die Nummer 7 als Tablette eingenommen, gegen Schwindel und Kopfschmerzen helfen könnte… Nr 7 wird als heisse sieben eingenommen. Bitte einfach mal googlen.
Schwindel und Kopfschmerzen gehören ganz klar abgeklärt – nicht durch Lesen oder Blogs!

Wer nun auch immer verklebte Faszien diagnostiziert hat… ich bin da bischen skeptisch, da diese Diagnose neuerdings sehr gern und sehr häufig gestellt wird sowie für meine Begriffe derzeit die “Modediagnose” ist, da auch gleichzeitig natürlich ganz “hervorragende Faszientherapien und – Hilfsmittel” den Markt erobern. Nach Laktose-, Fruktoseintoleranz, Fibromyalgie- + Histaminhysterie usw. Nicht, dass wir uns falsch verstehen, das gibt es alles tatsächlich, wird aber aus meiner Sicht immer so in Wellen erkannt und behandelt, passend zu den zu erwerbenden Therapiehilfsmitteln – war es nicht ein Therapieball für die Faszien?

Verklebte Faszien sind nichts anderes als verklebtes, undurchlässiges Binde-Gewebe, hört sich nur “besser” an.
Ganz vereinfacht als Bild dargestellt: das ist ein manifestierter Muskelkater durch geronnene Milch. (Achtung: das ist ein Bild und keine medizinische Bezeichnung)
Der Abtransport von Stoffwechselprodukten durch das Bindegewebe ist durch die Art der Stoffwechselprodukte (z.B. von zuviel Eiweiss aus tierischen Erzeugnissen) kombiniert mit mangelnder Bewegung des Gewebes ins Stocken geraten.
Ganz klar, wenn der Abfluss einmal dauerhaft ins Stocken geraten ist, dann potenziert sich irgendwann das Zusetzen des Abflusses.

Mit einer Antlitzanalyse läßt sich relativ einfach feststellen, ob das nun genau Dein Thema wäre und welche Mineralstoffe da gezielt helfen könnten.
Allgemein – wäre Bewegung angesagt. Und zwar keine spezielle Faszientherapie oder Faszientraining – sondern ganz einfach Bewegung. Und hier meine ich nicht Sport, sondern BEWEGUNG der Muskelgruppen.
Hier hilft Schütteln – ja lach ruhig – doch ich meine das ganz konkret so. Stell Dir Dein Kopfkissen am morgen vor, wenn Du das auflockern willst, klemmst es Dir ja auch nicht unter den Arm und joggst eine Runde ums Bett, sondern Du schüttelst, klopfst und schüttelst. GENAUSO möchten auch Deine Muskeln das haben inkl. des Bindegewebes – So und nur so, kannst Du den Durchfluss erreichen/die Verklebungen lösen. Ja, bestimmte Mineralstoffe könnten wie “Rohrfrei” wirken, aber besser, sie werden durch mechanische Bewegung zusätzlich gut verteilt.
Es gibt auch die POWERPLATES, den Zeptor und sonstige Rüttelplatten im Studio oder der Physiotherapeutenpraxis, die das Schütteln für Dich erledigen, oder ein Trampolin oder es gibt die physikalische Gefäßtherapie Bemer, die durch elektrische Impulse die Bewegungen anregt.

Also: mach Dich locker. Kläre Schwindel und Kopfschmerz ab und dann können wir noch mal nach den richtigen Mineralstoffen – quasi als TURBO – schauen
alles Gute
RR

Fragenachsatz: Also erstmal vielen,vielen Dank für die Antwort.Ärztlich ist alles abgeklärt.Habe reinen Ärztemarathon hinter mir.Alles ohne Befund(einschließlich MRT).War dann auf eigene Kosten bei einer Orthopädin die eine Atlaskurektur vornahm und nochmals eine genaue Untersuchung.Von ihr bekam ich meinen ersten Befund,nämlich durch ständige Überkopfarbeiten(Arbeitsplatz) und einseitiger Bewegung hätten sich meine Muskulatur und die Faszien verhärtet und verklebt.Die nr.7 nehme ich gegen die Kopfschmerzen(verkrampfter Nacken) auch als heiße 7.,

Antwort: Ok, bleibt trotzdem: Schütteln zum Auflockern, weiterhin Basenbad oder basische Umschläge/Waschungen und eine Antlitzanalyse. Sorry, aber die Nr. 7 ist entkrampfend für die UNwillkürliche Muskulatur. Die willkürlichen Muskeln profitieren eher von der NR.2, 19 und bei Verklebungen von der 12.
Gut ausgebildete Mineralstoffberater gibts bei der Gesellschaft für Biochemie und Antlitzanalyse GBA Zell.
Das ist am Ende preiswerter als das Eigendoktern.

Fragenachsatz: Wenn ich überlege wieviel Geld ich schon für irgendwelche Naturberater ausgegeben habe,hätte ich mir auch einen Kleinwagen kaufen können.Damit habe ich genug Erfahrungen.Keiner von denen hatte so wirklich eine Lösung für mein Problem,bloß fette Rechnungen.Werde aber ihren Rat mit der Bewegung befolgen.Seit ich mit dem Schwindel die Probleme habe ,bin ich auch sicher in eine Schonhaltung verfallen.Da Kopfbewegen=Schwindel.Trotzdem nochmal Danke und ich werde Ihren Rat befolgen und mich mehr bewegen um die Muskulatur zu lockern.

Antwort: Ahhhh ha! “irgendwelche Naturberater” also mit fetten Rechnungen und dann haben sie nicht mal das Problem für Sie gelöst! Ist ja wirklich böse!
Ich wäre schon nach dem Preis einer netten Handtasche auf die Idee gekommen, dass ich jetzt selbst mal die Lösung in die Hand nehmen müsste und niemand anderen für mein Unwohlsein verantwortlich machen kann. Ist ja schliesslich mein PROblem, sonst hätte man es ja auch CONTRAblem genannt.

Sorry, aber niemand wird Ihr Problem weglösen können, auch nicht für den Preis eines Flugzeuges. Ich hätte sogar einen total kostenlosen Tipp aus einem Blog mal fix ausprobiert und geguckt, ob er für mich gut ist…z.B. Schütteln….

Fragenachsatz: na toll .ich schüttle einfach mal so meine Beschwerden weg.Wenn das so einfach wäre hätte ich glaubig das Problem schon gelöst.Denn nach Rehasport,Physio usw.ging es mir auch nur vorrübergehend besser,also glaub ich mal kaum das es mit schütteln getan ist.Außerdem mache ich keinen anderen für mein Problem verantwortlich ,daß möchte ich hier mal klarstellen.Und glauben Sie mir ,ich habe schon so einiges selber in die Hand genommen um mein Befinden zu verbessern.Wollte ja auch nur mal einen guten Rat von Ihnen wie ich meine Beschwerden mit Unterstützung der Salze ein wenig lindern kann,Außerdem kann einfach mal schütteln auch nicht so sinnvoll sein ,wenn bei jeder Kopfbewegung sich alles dreht.TOLL

Antwort: so jetzt mache ich einen Blogartikel draus und fasse mal zusammen:

Da macht sich einer auf die Suche nach einer Lösung eines Problems und hat dabei – angeblich schon gaaanz viel ausprobiert. Ok. Geholfen hat es nichts.

Woran kann das liegen?

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Diskussionen

2 Gedanken zu “Verklebte Faszien und überhaupt das Ding mit dem „Glauben“

  1. Hallo Renate,
    ich finde Deine Antworten sehr gut, und wollte noch etwas ergänzen (aus meiner persönlichen Sicht):
    Ich stimme Dir zu – aktuell sind „verklebte Faszien“ eine Diagnose bzw. eine Vermutung, die man sehr häufig hört und was sicher auch was damit zu tun hat, dass Faszien gerade „in Mode“ sind. Ich finde es dennoch sehr sinnvoll, dass Faszien (oder einfach das Bindegewebe) so in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt wurden, weil sich damit ein neues Feld möglicher Ursachen für Beschwerden eröffnet.
    Natürlich muss es nicht immer an den Faszien liegen, aber es macht Sinn, sie bei Beschwerden als mögliche Ursache mit zu betrachten (neben anderen Ursachen). Aus meiner Sicht kann Faszientherapie (wenn sie ordentlich durchgeführt wird) nicht schaden, nur helfen. Manchmal kann es sinnvoll sein, einfach zu probieren, ob sie positive Auswirkungen hat. Wenn nicht, hat man etwas gelernt, und wenn ja, umso besser.
    Viele Grüße
    Daniel

    Verfasst von Daniel O. | 6. Juli 2016, 19:02
    • Hallo Daniel, Danke für Dein Feedback – vor allem als Fazienspezialist. Das freut mich sehr.
      Wenn es in meinem Beitrag nicht so rausgekommen ist: Faszien oder das, was so bezeichnet wird, halte ich auch für sehr gesundheitsentscheidend.
      Früher sagte man ja platt: „Bindegewebe“ und hat das nicht mal als Organ wahrgenommen, seine Bedeutung, seine Funktionen, Symptome usw eben auch nicht.
      Insofern ist es ein großer Schritt, wenn das „Organ“ nun etwas mehr ins Rampenlicht geholt wird. Was mich nervt, dass das gleich wieder in so einer Konzentration abläuft und sich so sehr auf die Faszien konzentriert wird.
      Das hat eben wieder nichts mit „Ganzheitlichkeit“ zu tun. Um das Bindegewebe – die Faszien zu behandeln, braucht es halt mehr als eine Faszienrolle.
      Und es birgt die große Gefahr, dass nach dem Hype oder auch nach einem gescheiterten Versuch mit der Anwendung, die Bedeutung des Bindegewebes wieder aus dem Bewußtsein fällt.

      Deine Webseite http://www.faszientherapie.org bietet ja allen Interessierten einen super Überblick – vor allem das Bild mit dem Fleisch finde ich sehr anschaulich und wer sich dafür interessiert, ist dort sehr gut aufgehoben und sicherlich auch bei den von Dir empfohlenen Therapeuten.
      Wenn Du Lust hast, lass uns doch mal über die Ansätze der „mechanischen“ Faszientherapie und der Verbesserung des Bindegewebes durch die Ansätze der Biochemie austauschen – könnte mir vorstellen, dass sich dadurch für die Wirkung ein Turbo einschaltet?!
      Herzliche Grüße
      Renate

      Verfasst von Renate Richter | 8. Juli 2016, 08:47

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