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Sind Magnesiumpräparate bei Krämpfen immer angezeigt? Was wirklich hilft

So steht es in jeder Apothekenumschau und Fernsehzeitung sowohl im redaktionellen Teil, als auch im Werbeteil:
Krämpfe? Nimm Magnesium!
Auch Ärzte, Physiotherapeuten und Sportler schwören auf diverse Magnesiumpräparate. Und Onkel Google findet fast nur die ähnlichen Beiträge.

English: muscles of the leg Français : muscles...

Image via WikipediaWas Sie über Magnesium und seine Wirkung sowie über Muskelkrämpfe noch wissen sollten:

Was Sie über Magnesium und seine Wirkung sowie über Muskelkrämpfe noch wissen sollten

1. Magnesium führt zu einer Erschlaffung der Muskeln. Dieser Effekt wird sich zum Beispiel zu Nutze gemacht, um durch Magnesiumgaben frühzeitige Wehen zu verhindern. Daher ist zu beachten, dass früh genug vor dem errechneten Entbindungstermin die Präparate abgesetzt werden – denn zur natürlichen Geburt braucht es starke Muskeln.

Auch die Hersteller der Magnesiumpräparate insbesondere für den Sportbereich empfehlen, die Präparate immer nach dem Training, dem Wettkampf zu nehmen: mit schlaffen Muskeln läßt sich nun mal kein Pokal gewinnen. Im Nachgang zu einer hohen körperlichen Anstrengung ist es natürlich sinnvoll, der Anspannung, die Entspannung (Erschlaffung) folgen zu lassen.

2. Eine extrem hohe  bzw. langanhaltende Zufuhr von Magnesiumpräparaten führt zu einem Ungleichgewicht der intrazellulären Mineralstoffe.

Jemand, der versucht, seine nächtlichen Wadenkrämpfe ausschliesslich durch die hochdosierte Einnahme von Magnesiumpräparaten zu lindern, fördert das Ungleichgewicht zwischen Mineralstoffgehalt in der Zelle und ausserhalb der Zelle. Da die Zellmembran  semipermeabel ist, d.h. nur für bestimmte Stoffe durchlässig, muss ein Überangebot auf der einen Seite nicht gleichzeitig eine ausreichende Versorgung auf der anderen Seite der Zellwand bedeuten, sondern könnte eher noch bedeuten, dass die Verwertung gestört wird.

Dr. Schüsslers Verdienst besteht darin, die Bedeutung des Mineralstoffgehaltes in den Zellen nachgewiesen zu haben und auch die Lösung für die Versorgung in den Zellen gefunden zu haben: die Verdünnung der Mineralstoffe durch Verreibung, d.h. durch die Verreibung entstehen Moleküle, die klein genug sind, um durch die Zellwand nach innen zu diffundieren. Die Moleküle der grobstofflichen Mineralstoffpräparate, wie zum Beispiel die der Magnesiumpräparate, können das nicht. Die optimale Verwertung einer hohen Mineralstoffkonzentration im grobstofflichen Bereich ausserhalb der Zelle wird jedoch nur umfassend möglich, wenn es auch ein gewisses Angebot in der Zelle, also ein entsprechendes Gleichgewicht der Lösungskonzentrationen gibt.

Eine Unterversorgung mit Mineralstoffen, ob im grob- oder feinstofflichen Bereich, führt über die Zeit zunächst zu Betriebs- und später zu Funktionsstörungen des Zellverbandes bzw. der Organe und hat nachhaltige negative Auswirkungen auf den Körper.

Auswirkungen einer intrazellulären Unterversorgung mit Magnesium sind insbesondere Störungen der unwillkürlichen Muskelkontraktionen (Darmperistaltik, Herzmuskel) und die Tätigkeit von Drüsen und Nerven.

Insbesondere der Effekt des feinstofflichen Magnesium phosphoricum (Schüssler Salz Nr. 7) auf die Regulierung der Herzmuskeltätigkeit und auf den Herzrythmus sollte zu denken geben, wenn eigentlich mineral- und vitalstoffmäßig gut versorgte Hochleistungssportler unter Belastung einen Herztot sterben.

3. Die Ursachen für Muskelkrämpfe werden nicht durch Magnesium beseitigt
Es ist ein typisch schulmedizinisches Herangehen: da ist ein Symptom und das Symptom ist zu beseitigen.
Die Ursache für den Krampf, den Schmerz, für die Fehlfunktion beseitigen wir damit aber nicht.

Und es gibt viele Gründe, die zu Krämpfen führen können.

  • Allen Gründen voran, die rein mechanische Ursache durch eine Fehlhaltung, Fehl- und Überbelastung insbesondere beim Sport. Hier begibt sich der Sportler in einen Kreislauf aus Fehlbelastung, Beseitigen durch Erschlaffen, dadurch relative Schmerzfreiheit, so dass mit der Fehl- und ggf. Überbelastung weitergemacht wird/ weitergemacht werden kann. Dieses wiederum führt zwangsläufig dann wieder zu einem höheren Energie- und Mineralstoffverbrauch, der seinerseits wieder Schonhaltungen, also Fehlstellungen erfordert.
    Der Kreislauf der Überlastung der Muskeln beginnt von vorn und wird zu einer immer schneller werdenden Abwärtsspirale.
  • Oft verspannen sich Muskeln, um lädierte Gelenke, verschobene Wirbel zu schützen. An dieser Stelle allein mit der Zufuhr von Mineralstoffen, Medikamenten usw. zu doktern, ist grob fahrlässig. Denn so werden Fehlhaltungen manifestiert.
  • Eine weitere Ursache für Verkrampfungen der Muskulatur liegt in gestörten Stoffwechsel- und Stoffverwertungsvorgängen in den Muskeln. Wohl allen bekannt ist der Muskelkater. Auch wenn heutzutage die Laktatbildung in den Muskeln als Ursache für den Kater ausgeschlossen wird, bleibt unbestritten, dass Stoffwechselvorgänge in den Muskeln stattfinden, also auch gestört sein können.
  • Die gute Wirkung insbesondere von den relativ nebenwirkungsarmen Mineralstoffpräparaten führt dazu, dass in Selbstmedikamentation diverse Mittel kombiniert und dosiert werden, wodurch es wiederum zu gestörten Stoffwechselvorgängen und Fehl-/Überversorgungen in den Muskeln und Organen kommen kann.

Um Krämpfen wirksam vorzubeugen, braucht es also nicht eines Mittels, was die Muskulatur erschlaffen läßt, sondern dem Ausschluss der Ursachen und eines Mittels, was die Muskulatur aufbaut. Und das sind nicht Magnesiumpräparate, sondern Calciumpräparate. Calcium sorgt u.a. für die Erhöhung der Kontraktibilität, álso des Muskeltonus´ und der Eiweissverwertung, eben die Dinge, die jeder Sportler gerne forcieren möchte.

Hier könnte auch die Erklärung für die Krämpfe in der Schwangerschaft liegen. Ausgehend vom erhöhten Calciumverbrauch einer Schwangeren für die Blut-, Knochen- und Zahnbildung des Kindes, erklärt sich der Mangel von Calcium in der Muskulatur.

Doch auch für Calcium gilt:  die einseitige hochdosierte Zufuhr im grobstofflichen Bereich mit Kalziumpräparaten könnte zu einem Ungleichgwicht der Zellversorgung in den Zellen führen.

Merke:  verspannte Muskeln lassen sich kurzfristig mit wohldosierten Magnesiumpräparaten entspannen, Muskelaufbau und Vorsorge gegen Krämpfe wird nur erreicht durch ein ausgewogenes Mineralstoffverhältnis von Magnesium, Calcium im grobstofflichen UND feinstofflichen Bereich.

Mein Tipp: jemand, der bereits im grobstofflichen Bereich ausreichend vorgesorgt hat, sollte dann zu den Mineralstoffen nach Dr. Schüssler greifen: Magnesium phosphoricum, Schüssler Salz Nr. 7 entspannt in kurzer Zeit, insbesondere bei Einnahme als „Heisse Sieben“ (10 Tabletten auf eine Tasse heisses Wasser, schluckweise getrunken)

Calcium phosphoricum, Schüssler Salz Nr 2  ist der Mineralstoff für starke Muskeln, Blut- und Knochenbildung und ist grundsätzlich für harte verspannte Muskeln einzunehmen. Hier bietet sich auch die Anwendung als Salbe oder als Breiauflage an.

Selbstverständlich sind bei wiederkehrenden Krämpfen der Arzt, Physiotherapeut oder Heilpraktiker zu konsultieren.

Alles Gute
Renate Richter

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