Allgemein, Beobachtet, Motivation, Persönlichkeitsentwicklung

Kundenbindung oder: So werden Sie Interessenten garantiert wieder los

Werbemails und Newsletter sind DIE aktuelle Wunderwaffe zur Kundengewinnung – oder doch nicht?

Wieviele Mails löschen Sie eigentlich ungelesen aus Ihrem Post-Eingang, weil Sie diese ganzen KOSTENLOSEN, GRATIS, UNVERBINDLICHEN Beglückungsmails einfach nicht mehr ertragen können?

Doch irgendwann hatte Sie das doch interessiert. Was ist geschehen? Womit hat der Anbieter Ihr ursprüngliches Interesse verspielt?

Mein heutiger Blogbetrag soll Sie anregen, selbst noch einmal kritisch über Ihre Mailsendungen zu schauen. Die meisten Empfänger/ möglichen Kunden machen sich nicht die Mühe, Ihrem Anbieter zu begründen, warum sie den Newsletter (NL) abbestellen.
Professionelle Anbieter haken jedoch sofort mit einer freundlichen Mail nach, ob sie etwas verbessern können, ob es zuviel, zu wenig Information war und ähnliches.

Ich habe mir vorgenommen, zumindestens bei Einzelunternehmern meine Abbestellung von NL kurz zu begründen.
Gerade Einzelkämpfer sind auf Feedback angewiesen, verzichten jedoch oft  auf diese Nachfragen, die doch soviel Verbesserungs-Potential bergen.

Daher veröffentliche ich hier den (depersonalisierten) Schriftwechsel mit einer offensichtlich sehr verzweifelten Anbieterin von Kommunikationsdienstleistungen.

Er zeigt ziemlich gut, wie es garantiert NICHT gemacht werden sollte.

Vorspiel:

1. Step
Allein mit dem Interesse an einem Angebot bei XING landete ich im Verteiler für regelmäßige NL.
Zunächst erhielt ich wöchentlich mindestens eine Einladung per Mail zu einem kostenlosen 30 Minuten Webinar. Anmeldung zum NL Erhalt sieht anders aus.
Macht nix, ich hatte damals ja Interesse an der Leistung!

2. Step
Die Frequenz der „Einladungen“ erhöhte sich und nachdem nun auch noch die Einladungen für ein 15 minütiges Webinar eintrudelten, wurde es mir zuviel.

3. Step
Ich entschloss mich, den Mailbeschuss einstellen zu lassen. Dauernd eine Mail öffnen, lesen, löschen für ein  unseriöses Angebot – da schreib ich lieber Blogs…

Wie ich darauf komme, dass dieses Angebot, also die Einladung zu einem 15 mintigen Webinar unseriös ist?

Kostenlose oder sehr preiswerte Informationsveranstaltungen sind immer auch eine Werbeaktion für die eigene Leistung. Beides in ein 15 Minutenvortrag zu pressen, kann nicht fair sein.

Ich biete übrigens auch meine Einführungsvorträge für schlichte 15 Euro p.P.  an und paare brauchbare Anwenderinformationen mit den Hinweisen auf meine weiteren Angebote und gebe dort direkt Antworten.

Ja, auch ein Parfümhersteller gibt Proben zum beiderseitigen Vorteil raus und nicht, damit die Welt besser riecht!

Was darf ich in 15 Minuten Blitzwebinar an wirklich verwertbaren kostenlosen Informationen UND Werbung erwarten? Sorry, aber das riecht nach Zeitverschwendung.

4. Step
Also Abmelden:
Sehr geehrte Frau XXXXXXXXXXX,
bitte streichen Sie mich ab sofort von Ihrem Mailverteiler.
Wann und wie ich mir auch immer die fortlaufende Besendung mit Ihren häufigen Ankündigungen „eingehandelt“ habe – es ist entschieden zuviel!
Bitte beachten Sie auch die Regeln für den rechtssicheren NL Versand: Einwilligung, Personalisierung und!!! einfache Abmeldemöglichkeit in jedem NL. (habe ich nicht gefunden)
Mit freundlichen Grüßen Renate Richter

Ihre Antwort 1

Hallo Frau Richter, sorry, ich will Sie natürlich nicht verärgern – und damit Sie zuverlässig keine Mails oder XING-Einladungen mehr von mir bekommen, hab ich Ihren Kontakt aus meinem Netzwerk sicherheitshalber entfernt. Noch einen schönen Sommer und viele Grüße, xxxxxxxxxxxxxxxx

Wow, das nenn ich doch mal wirklich Netzwerken vom Feinsten – ich möchte keinen Newsletter und werde „sicherheitshalber“ aus dem Netzwerk entfernt.
Vielleicht sollte ich mich damit als Kundin besonders ernst genommen fühlen?
Ich konnte mich nicht bremsen, da der Kontakt eben aus dem N e t z w e r k  XING stammt und schrieb zurück:

Meine Antwort 2
Guten Morgen, es ging mir nicht um verärgern, sondern eher um einen freundlichen Denkanstoss, die Frequenz von ausschliesslich Werbemails zu überdenken.
Wenn Sie das als Aufforderung verstanden haben, den Kontakt „sicherheitshalber“ aus Ihrem Netzwerk zu streichen. Dann ist es wohl richtig, denn ich verstehe das auch nicht als Netzwerken.
Ihnen auch einen schönen Sommer
Renate Richter

Ihre Antwort 2

Hallo und ebenfalls guten Morgen Frau Richter,
ja, oft kommt – gerade schriftliche – Kommunikation beim Empfänger anders an, als sie tatsächlich gemeint war.
Ihr Hinweis auf rechtliche Vorschriften empfand ich weniger als freundlicher Denkanstoß
sondern viel mehr als harschen Hinweis.
Interessant ist für mich allerdings Ihre Einordnung, eine Einladung zu einem kostenlosen Webinar
als Werbemail einzustufen.
Hm, das liegt vielleicht auch daran, dass für Sie „xxxxxxxxxxxxx“ nicht wirklich interessant ist.
Wie auch immer, vielleicht „laufen wir uns ja zu einem späteren Zeitupunkt wieder über den Weg“
und dann passt es vielleicht besser
Viele Grüße, xxxxxxxxxxxxxx

Ich konnte es nicht fassen und lassen. War das jetzt Mitgefühl oder Großspurigkeit von mir, dass ich mich immer noch nicht bremsen konnte, diese Frau ihrem Webinar-elend zu überlassen.

Meine Antwort 3

Sehr geehrte Frau XXXXXXXXXX
für mich sind Hinweise auf nicht erfüllte rechtliche Anforderungen in meiner Seite/ meinem Angebot niemals ein harscher Hinweis – ich wäre sehr dankbar, dass eine Leserin mich darauf hinweist, bevor es rechtlich wird.
Insgesamt hat mich Dankbarkeit und Demut bisher immer weiter gebracht, als die Belehrung von möglichen Kunden über ein Feedback.
„Kunden sind nicht diejenigen, mit denen man ein Streitgespräch führt oder seinen Intellekt misst. Es gibt niemanden der je einen Streit mit einem Kunden gewonnen hat“

aus : https://ganzgesundsein.wordpress.com/2011/05/12/crashkurs-kundenbindung-ein-erfolgsmodell-aus-der-praxis/

Wie kommen Sie darauf, dass für mich ein xxxxxxxx nicht interessant ist?
Als Kommunikationsprofi – immerhin haben Sie das ja in Ihrem Firmentitel – ist hier einiges in die Hose gegangen.

Folgender Gedankengang:
Sie „laden ein“ zu einem kostenlosen Webinar von 15 Minuten. Da frag ich mich, wen will sie denn damit ansprechen/erreichen/wer profitiert davon?

Um von Ihnen wertvolle Tipps zu bekommen, muss ich
1. diese ganzen „Einladungen“ ertragen und lesen, und wieder löschen im Postkasten – ca. 7 Minuten/ Mail – je nach Frequenz
2. muss ich mir den Termin merken/einschreiben – leider verfügt Ihre Einlade auch nicht über einen Link zum Outlook Kalender oder sonstige Spielchen, die es heute so gibt. Das heisst, ich muss aus der Mail raus in meinen Kalender gucken – paßt es oder pass es nicht – wieder rund 7 Minuten
3. dann muss ich mich mit der Webinartechnik vertraut machen – einmalig, je nach Talent doch auch wieder ein paar Minuten
4. muss mich genau zu um xxx bereithalten, Telefone abschalten usw und den Link aufbauen wieder ein paar Minuten
5. 15 minuten KOSTENLOSE Informationen – die – Ihrer bisherigen Kommunikation zufolge – auch auf sämtliche Techniken zum Kommnizieren, Ankern, Erinnern, verzichten – das heißt, ich müßte mitschreiben, wieder ein paar Minuten

Haben Sie mal oben den Gedankengang gemacht? Der Leser braucht rund 20 Minuten, um an Ihre 15 Minuten Tipps zu kommen. Das steht in keinem Verhältnis.
Und das alles für das Versprechen von Ihnen – dass mein nächster xxxxxx erfolgreicher wird – dass ich mehr Kontakte bekomme?
Ihre Tipps sind nicht ansatzweise nachvollziehbar, worauf gründen sich diese Tipps – wieviele Kunden haben Sie schon durch Ihre Tipps gewinnen können.
Viele können das nicht sein, wenn Sie Ihre Zeit mit den Einladungen und kostenlosen Webinaren verbringen.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg
RR

_____________________________________

Und wie geht es Ihren Mailings, die Sie bekommen oder die Sie versenden: halten sich Leseaufwand und Informationsgewinn in Waage?
Was möchten Sie in Newslettern lesen? Was bedeutet für Sie Mehrwert?
Wie halten Sie es mit dem Abmelden und Feedback geben?

Ich freue mich, wenn Sie uns an Ihren Erfahrungen mit NL teilhaben lassen.

Ihre Renate Richter

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