Unwissenschaftliche Heilmethoden – ein Treppenwitz

Energetische Heilkunde wird heiss umstritten. Es fehlen die nach heutigem Stand erforderlichen wissenschaftlichen Belege der Wirksamkeit und doch erfahren wir immer wieder von „Wunderheilungen“.

Ob es um Gebete oder Handauflegen geht, um Hypnose oder systemische Aufstellungen, Radionik, Prana oder Chakrenmeditation – oder jetzt ganz aktuell: das Klopfen – für Hardliner der wissenschaftlichen Wissenschaft ist das nur etwas für Waldorfschüler und total abgedrehte Typen ohne jeglichen Anspruch auf Wirkung. Mit einer Vehemenz wird die (Heil)Wirkung allein durch einen Menschen oder durch Informationen bestritten.

Ok – das hört sich wirklich komisch an.

Wirklich komisch wird es jedoch dann, wenn man sich vor Augen führt, dass es bei jedem wissenschaftlichen Nachweis einer Heilmethode oder eines Präparates genau auf diese Wirkung von Menschen und Informationen ankommt.

Anders gesagt: von wissenschaflticher Seite wird die Wirkung von „nicht nachweisbaren“ (Heil)Methoden abgelehnt, die selben Methoden sind jedoch Grundlage für den „wissenschaftlichen Beweis“ der Wirksamkeit.

Was bedeutet es genau:

Zur „wissenschaftlichen“ Anerkennung einer Wirkung eines Medikamentes oder einer Therapiemethode sind randomisierte, kontrollierte Studien erforderlich. Geläufiges Studiendesign ist die Verblindung.

Wikipedia:
Eine Blindstudie ist eine Form des Experiments, bei der die Versuchspersonen nicht wissen, ob sie der Experimental- oder der Kontrollgruppe angehören. Dadurch wird der Einfluss von Erwartungen und Verhaltensweisen, die durch diese Information ausgelöst würden, eliminiert. Blindstudien sind in der medizinischen und psychologischen Forschung besonders weit verbreitet; siehe auch ABX-Test.

Eine Studie ist
– einfachblind
, wenn die Patienten nicht wissen, welche Substanz sie erhalten (Versuchsperson „blind“),

– doppelblind
, wenn die Patienten und der behandelnde Mediziner nicht wissen, wer welche Substanz erhält (Versuchsperson und Versuchshelfer „blind“)

– dreifachblind
, wenn weder die Patienten noch der behandelnde Mediziner, noch diejenigen, die die Auswertung durchführen, wissen, wer welche Substanz erhält (Versuchsperson, Versuchshelfer und Versuchsauswerter „blind“).

Und genau das bedeutet: es gibt einen subjektiven Einfluss von Menschen und Informationen auf das Projekt  und dieser ist sicher auszuschliessen.
Im Umkehrschluss bedeutet jedoch genau das die Anerkennung der Wirkung von Informationen und Menschen auf Krankheitsverläufe.

Wenn die Wissenschaft diesen Einfluss anerkennt, sogar als Grundlage seiner Aussagen bedingt, warum sollte dann nicht auch dieser Einfluss direkt als Heilweise genutzt werden?

Ich lasse mich in meiner Praxis immer wieder von diesen – eigentlich unmöglichen – Wundern überraschen.

Wie geht es Ihnen damit – wovon lassen Sie sich überraschen?
Welche Beweise brauchen Sie für Wunder?

Ich freue mich auf Ihren Beitrag
Renate Richter

P.S. Wer sich noch mehr wundern möchte, schaut sich das Doppelspaltexperiment an: garantiert nicht von Eso-Spinnern entdeckt, wird es Ihr Weltbild gründlich durchrütteln

 

 

 

 

 

 

 

6 Kommentare

  1. Hallo, das ist ja eine spannenende Sichtweise, wie ich das noch nicht gesehen habe. Danke dafür und ein Kompliment für Ihren spannenden Blog. Herzliche Grüße Gert D.

  2. Hallo Katzograph, darüber würde ich (wir) gerne mehr erfahren – kann man das näher beschreiben?
    Mich interessiert vor allem, ob für Sie als Handaufleger im Vorfeld spürbar ist, ob eine „einfache“ Gesundung möglich sein wird oder nicht. Danke für Ihren Kommentar
    RR

    1. Hallo Frau Richter,

      sorry, habe völlig vergessen, hier jemals gepostet zu haben. Immer noch interessiert?

      gruß
      katzograph

  3. Hallo Katzograph – natürlich ist das noch aktuell.
    Insgesamt sollten wir einfach mehr über das Handauflegen (wieder) reden.
    Ob Reiki, Jui juitsu, ob Mutters Hand auf der Stirn oder die Hand vom Kollegen auf der Schulter – Handauflegen kann Wunder vollbringen.
    Daher würde ich mich über einen Beitrag dazu freuen.
    Schönen Tag wünscht
    Renate Richter

  4. Hallo Frau Richter

    die Methode, nach der ich die Hand auflege, ist sehr alt, geradezu archaisch, wird nur innerhalb einer bestimmten Volksgruppe gelehrt und angewendet und im Normalfall nur von Frauen beherrscht.
    Ich kann keine Diagnose der zu behandelnden Krankheit stellen und damit auch keine zuverlässige Aussage über das Ausmaß der Heilungschancen geben. Ich kann zwar feststellen, dass es jemanden schlecht geht, aber das kann jeder andere auch. Ich kann auch durch „abtasten“ feststellen, wo so ungefähr die krankheitsauslösende Stelle sitzt, aber dort wird nicht in jedem Falle die Hand aufgelegt. Es gibt auch keine Erkenntnisse wie und warum das Handauflegen wirkt. Das Wissen über Krankheit und ihrer Entstehung sind bei dieser Methode nicht sehr stark ausgeprägt. Das ganze ist sehr weit entfernt von unserer heutigen Auffassung von Medizin und ihrer Wirkung.
    Meine Lehrerin (drei Jahre intensiver Unterricht) meinte zur Wirkung lediglich (sinngemäß) : “ Körper und Seele haben ein Gedächnis, wie es richtig sein soll. Wir helfen nur diesem Gedächnis, sich zu erinnern“.
    Trotzdem sind die Ergebnisse verblüffend bis unglaublich.
    Es gibt eine starke Unterordnung des Kranken unter den Handaufleger, aber nicht im Sinne von Unterdrückung, sondern im Sinne von Vertrauen. Die Hand wird je nach Einschätzung der Lage entweder auf die schmerzende Stelle gelegt oder aber auf bestimmte Positionen auf dem Körper, z.b. je eine Hand auf Solarplexus und eine auf den Bauch unterhalb des Nabels. Das bewirkt eine starke Beruhigung der Nerven, eine beeindruckende Entspannung und letztlich eine Besserung aller eventuellen Störungen der inneren Organe.
    Alle Aspekte meiner „Kunst“ ( ich betrachte es eher wie ein Handwerk) hier zu schildern, würde den Rahmen, den ich mir für solche Fälle gesetzt habe, sprengen. Sollten Sie weiter Auskünfte wünschen, möchte ich einen Austausch über die persönlichen e-mail Adressen vorschlagen.

    Gruß
    katzograph

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